ISP – Individuell ausgeführte Nassstrahlanlagen

Werkstückbezeichnung:

Verschiedene Werkstücke die mit Ölen, Fetten, Emulsionen, Rost, Zunder oder anderen Verunreinigungen behaftet sind

Werkstückmaterial:

In erster Linie metallische Werkstücke, aber auch mineralische Werkstücke oder auch Werkstücke aus Kunststoff sind denkbar

Werkstückabmessungen: 

min. 5 x 5 x 50 mm | max. 1000 x 1000 x 1000 mm
(Länge x Breite x Höhe)

Andere Abmessungen nach Durchführung von Versuchen!

Max. Chargengewicht:

1 kg. – 2000 kg. (optional erweiterbar auf höhere Gewichte)

Bearbeitungsaufgabe:

Reinigen, Entfetten, Entrosten, Entzundern, Entlacken, Passivieren 

Normale Verarbeitungszeit:

5 – 15 Minuten (abhängig von der Art der Verunreinigung)

Endzustand:

Gereinigte Oberfläche ohne spezifizierte Anforderungen an Restschmutz und ggf. Korrosionsschutz

Prozessmittel:

Strahlmittel, Reinigungsmittel, Prozesswasserreiniger und ggf. Entschäumer oder Passivierungsmittel

Prozesswasseraufbereitung:

Kratzförderer – Filtermodul oder Zentrifugensystem

Verfahrensbeschreibung:

Das Prinzip der Nassstrahltechnik hat sich seit mehreren Jahrzehnten als äußerst effektives und leistungsfähiges Reinigungssystem bewährt. 

Die hier beschriebenen, individuell auf Kundenanforderungen konzipierten ISP – Nassstrahlanlagen sind Nassstrahlanlagen auf Schleuderradbasis, die insbesondere dafür ausgelegt sind, um an Bauteilen Verunreinigungen wie Öle, Fette, Emulsionen, Rost, Zunder, Farbe oder sonstige organische Verunreinigungen zu entfernen. Diese sind standardmäßig mit einer oder mehreren Prozesskammern, bis zu 4 Schleuderrädern / Prozesskammer, einem Sprühdüsen / Abblasregister und einem Teile – Manipulatorsystem ausgestattet, welches Bauteile vor den Schleuderrädern bzw. dem Sprühdüsen / Abblasregister dreht / manipuliert und damit eine Bearbeitung aller an den Bauteilen zu reinigenden Bereiche in einem mehrstufigen Prozess (Strahlen + Waschen + Spülen + Nachtrocknen) ermöglicht. 

Über speziell ausgeführte Prozesswassertanks unter der /den Bearbeitungskammer(n), welche für Wartungszwecke sehr gut zugänglich sind, wird die Strahlmittelkonzentration im Prozesswasser sichergestellt und die Schleuderräder mit einem Mix aus Prozesswasser und Strahlmittel versorgt. Nach dem Strahl- / Waschvorgang mit heißem Wasser werden die Bauteile über ein Sprühdüsen- / Abblasregister mit gefiltertem Wasser gespült und mit einem kurzen Druckluftimpuls abgeblasen. Durch die angenommene Eigenwärme der Bauteile trocknen diese nach ohne dass ein zusätzlicher Trocknungsvorgang erfolgen muss. Nach den Strahlvorgängen / der Reinigung fließt das Prozesswasser, angereichert mit Verunreinigungen, in den Prozesswassertank zurück und wird im Kreislauf geführt. 

Durch ein separates Prozesswasser – Filtermodul (alternativ Reinigungssystem ET 1450 SEP-T) wird das Prozesswasser kontinuierlich von Feststoffen (zum Teil auch von Ölen / Emulsionen) gereinigt bzw. die Lebensdauer des im Kreislauf geführten Prozesswassers maximal verlängert. 

Die Steuerung aller Prozesse erfolgt über eine SPS – Steuerung. Über ein Touch Panel können Verfahrensparameter wie Strahlzeit, Schleuderradeinstellung (Drehzahl / Drehrichtung), Badtemperatur oder Abblaszeit eingestellt werden. Die Nassstrahlanlage sowie das Prozesswasser – Reinigungssystem sind thermisch und akustisch isoliert. 

Das Be- und Entladen der Nassstrahlanlage erfolgt manuell oder automatisch über ein Automatisierungssystem.

Durch die Zugabe von speziell für das Nassstrahlen entwickelte Verfahrensmittel wird das Reinigungsergebnis an den zu reinigenden Bauteilen deutlich verbessert, bei Stahlteilen ein Korrosionsschutz erzielt und zusätzlich die Prozesswasserreinigung unterstützt.

Hauptmerkmale:

  • Nassstrahlanlagen sind dafür ausgelegt, um kleine bis große Werkstücke in einer Einzel- oder Chargenbearbeitung zu reinigen, entfetten, entrosten, entzundern, entlacken, passivieren und / oder an Bauteilen ein feines, homogenes, geglättetes, satiniertes und ansprechendes Oberflächenbild zu erzielen
  • Alternativ hierzu ist es auch möglich, bei entsprechender Verfahrenseinstellung, Bauteile aufzurauen und chemisch vorzubehandeln, um dadurch beispielsweise eine optimale beschichtungsfähige Oberfläche zu erreichen   
  • Stahlbauteile werden bei der Bearbeitung mit einem Korrosionsschutz versehen, so dass diese (anders als bei Trockenstrahlverfahren) nach der Bearbeitung nicht rosten
  • In der Nassstrahltechnik können auf Grund der Einbettung in Wasser alle handelsüblichen korrosionsbeständigen metallische, mineralische oder Kunststoff – Strahlmittel verschleißarm eingesetzt werden
  • Die Prozesse Strahlen + Waschen + Spülen + Nachtrocknen von Bauteilen erfolgen in einem Anlagensystem
  • Durch die Schleuderradtechnik und dem dadurch gegebenen hohen Strahlmitteldurchsatz ist ein sehr leistungsstarkes Strahlen möglich, wodurch kürzeste Bearbeitungszeiten und ein maximaler Teiledurchsatz erzielt werden
  • Die Schleuderradtechnik ist in der Strahltechnik (unabhängig ob Nassstrahlen oder Trockenstrahlen) im Vergleich zu Düsenstrahlanlagen die deutlich wirtschaftlichere / effektivere Form, um Bauteile an der Oberfläche zu bearbeiten und daher bei nahezu allen Strahlanwendungen zu empfehlen
  • In der Nassstrahltechnik haben Düsenstrahlanlagen nur dann Vorteile, wenn lediglich eine partielle Teilebearbeitung gewünscht wird
  • Unsere Nassstrahlanlagensysteme sind mit einer umfangreichen Prozessüberwachung ausgestattet, so dass der Betrieb einer entsprechenden Nassstrahlanlage sehr betreuungsarm, wartungsarm und zuverlässig möglich ist
  • Bei Nassstrahlanwendungen entsteht kein Staub und kein Explosionsrisiko, so dass auch bei der Bearbeitung von explosionsgefährdeten Materialien (Aluminium, Magnesium, Zink etc.) keine Einhaltung von ATEX – Vorschriften erforderlich ist

Sie interessieren sich in der Strahltechnik für die unschlagbaren Vorteile von Nassstrahlanlagen?

Ihr Ansprechpartner
Bertram Klee